Die Bauma gilt als das Schwergewicht unter den internationalen Industriemessen – mit riesigen Maschinen, gewaltigen Bauprojekten und globaler Strahlkraft. Doch was passiert, wenn dieses Messeformat seine Heimat in München nicht mehr als einzigen Fixpunkt sieht? 2027 steht eine wegweisende Expansion an, die nicht nur geografisch eine neue Dimension erreicht, sondern auch strategisch.
Milliardenprojekte in Saudi-Arabien: Warum die Bauma in den Wüstenstaat geht
Ab 2027 wird die Bauma nicht mehr ausschließlich mit München verbunden sein. Die Messe München hat angekündigt, gemeinsam mit dem lokalen Partner Dmg Events einen Ableger der weltbekannten Baumaschinenmesse in Riad zu etablieren. Der Schritt kommt nicht zufällig: Saudi-Arabiens Bauwirtschaft befindet sich im Aufschwung, angetrieben durch gewaltige Infrastrukturprojekte im Rahmen der nationalen Vision-2030-Initiative. Prognosen zufolge soll der Bausektor des Landes bis zum Jahr 2030 ein Marktvolumen von rund 130 Milliarden Euro erreichen.
Für die Messe München ergibt sich daraus ein klares Argument: Ein wachsender, importabhängiger Markt bietet beste Voraussetzungen für eine Messe mit internationaler Ausrichtung. Die neue Bauma Saudi Arabia wird sich auf Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Nutzfahrzeuge und Bergbautechnik konzentrieren – also auf genau jene Segmente, die im Königreich aktuell stark gefragt sind. Mit dem neuen Standort will die Bauma nicht nur die Nachfrage bedienen, sondern sich auch frühzeitig als Plattform für Anbieter etablieren, die in der Region Fuß fassen wollen.

bauma 2025: Wie sich die Bauindustrie neu erfindet
Auf der bauma 2025 wurde deutlich: Die Transformation der Bauindustrie ist nicht länger ein Zukunftsversprechen, sondern gelebte Realität. Elektromobilität, emissionsfreie Transportlösungen und intelligente Systemtechnik zeigten, wie Baustellen morgen aussehen könnten – sauberer, leiser und effizienter. Vier technologische Highlights gaben einen klaren Ausblick auf das, was die Branche bewegt.
Globalstrategie der Messe München: Wie die Bauma neue Märkte erschließt
Mit dem Schritt nach Saudi-Arabien verfolgt die Messe München eine klare Expansionsstrategie. Die Verantwortlichen – Stefan Rummel und Reinhard Pfeiffer, Co-CEOs der Messe – sehen im Nahen Osten enormes wirtschaftliches Momentum und wollen dieses gezielt für den Ausbau der Marke Bauma nutzen. Durch den neuen Standort in Riad soll nicht nur ein Zukunftsmarkt erschlossen, sondern auch die Position Münchens als Messestandort langfristig gesichert werden. Laut Unternehmensangaben erzielt die Messe München aktuell rund 34 Prozent ihres Umsatzes im Ausland – ein Anteil, der in den kommenden Jahren weiter steigen soll.
Im Unterschied zur Ispo, die München verlässt und künftig in Amsterdam veranstaltet wird, bleibt die Bauma ihrem Ursprungsort treu. Sie soll weiterhin alle drei Jahre auf dem Gelände in Riem stattfinden, der nächste Termin ist bereits für April 2028 angesetzt. Die neue Messe in Saudi-Arabien wird damit nicht zur Konkurrenz der Originalveranstaltung, sondern als strategische Ergänzung verstanden. Die Botschaft: München bleibt das Herzstück – aber der Takt wird zunehmend global geschlagen.





